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Vereinsführung

Was versteht man unter 'Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens'? Welche Verpflichtungen ergeben sich aus der Eintragung? Und welche Vorteile bringt die Eintragung mit sich? Antworten finden Sie hier.

Das Landesverzeichnis der Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens

Durch das staatliche Rahmengesetz vom 7. Dezember 2000, Nr. 383 wurde eine neue Vereinskategorie, die „Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens" geschaffen. Auf Landesebene wurde diese Vereinskategorie im Jahre 2003 mittels Änderung des Landesgesetzes Nr. 11/1993 eingeführt, welches sich nun „Regelung der ehrenamtlichen Tätigkeit und der Förderung des Gemeinwesens" nennt.

Der staatliche Gesetzgeber hat mit dieser Regelung die Absicht zum Ausdruck gebracht, alle jene Organisationen zu unterstützen, die als „Nonprofit-Organisationen" bezeichnet werden können und allgemeine Interessen der Gesellschaft pflegen; er wendet sich somit nicht an besondere spezifische Realitäten, wie z.B. die ehrenamtlich tätigen Organisationen oder die Sozialgenossenschaften, sondern an das weite Spektrum des Non-Profit.

Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens können ihre Tätigkeit vor allem an die eigenen Mitglieder und deren Familienangehörigen richten, wobei die eigenen Mitglieder im Bedarfsfalle auch ein Arbeitsverhältnis mit der Organisation eingehen können.

Das „Landesverzeichnis der Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens" wurde von der Südtiroler Landesregierung mit Beschluss Nr. 953 vom 29. März 2004 errichtet.

Das Landesverzeichnis können sich Organisationen, die in folgenden Sachbereichen tätig sind, eintragen lassen:

  • gesundheitliche und soziale Betreuung
  • Kultur, Erziehung und Bildung
  • Sport, Erholung und Freizeit
  • Zivilschutz, Umwelt- und Landschaftsschutz
  • Förderung von Sozialtourismus, Verbraucherschutz, Menschenrechte, Chancengleichheit und Entwicklungszusammenarbeit.

In das „Landesverzeichnis der Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens" können jene Organisationen durch einen entsprechenden Antrag beim Amt für Kabinettsangelegenheiten eingetragen werden, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. Die Eintragung bewirkt, dass verschiedene Steuererleichterungen beansprucht und auch andere Vorteile sowie Vereinfachungen in der Verwaltung genutzt werden können.

 

Verpflichtungen aufgrund der Eintragung

Die im Landesverzeichnis eingetragenen Organisationen sind verpflichtet, dem zuständigen Amt die Änderungen der Gründungsurkunde und der Satzung, die Verlegung des Sitzes, den Wechsel des gesetzlichen Vertreters und den Auflösungsbeschluss mitzuteilen, damit das Amt die Änderungen im Verzeichnis vermerken kann. Diese Mitteilung muss rechtzeitig und auf jeden Fall innerhalb von 45 Tagen ab der erfolgten Änderung vorgenommen werden.

Die eingetragenen Organisationen sind angehalten, jährlich innerhalb 31. Mai beim Amt für Kabinettsangelegenheiten einen Tätigkeitsbericht, bezogen auf das vergangene Jahr, und die jährliche Abschlussrechnung vorzulegen.

Vorteile der Eintragung in das Landesverzeichnis der Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens

Im staatlichen Rahmengesetz zu den Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens sind folgende Auswirkungen und Begünstigungen vorgesehen:

Direkte Steuern

Tätigkeiten, die in Umsetzung der institutionellen Ziele des Vereines vorgenommen werden, werden von den steuerrechtlichen Bestimmungen als nicht gewerblich eingestuft, sofern diese Tätigkeiten zu Gunsten der Mitglieder der Organisation ausgeübt werden, auch dann wenn für diese Tätigkeiten ein spezifisches Entgelt zu entrichten ist. Diese Bestimmung des Art. 148, Absatz 3 des Einheitstextes zu den direkten Steuern (D.P.R. 22/12/1986, Nr. 917) wird für die Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens auch auf die Familienangehörigen des Mitgliedes ausgedehnt.

Lokale Steuern

Die Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens können von den lokalen Steuern der Regionen, Provinzen, Gemeinden usw. befreit werden.

Die im Verzeichnis der Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens des Landes Südtirol eingetragenen Vereine sind von der Bezahlung der regionalen Wertschöpfungssteuer (IRAP) befreit unter Beibehaltung der Pflicht der Einreichung der Einkommenssteuererklärung (Art. 5, Abs. 11 L.G. Nr. 11 vom 01.07.1993).

Unterhaltungssteuer

Die Mitgliedsbeiträge werden bei der Berechnung der zu leistenden Unterhaltungssteuer nicht mitberücksichtigt.

Spenden und Beiträge

Geldspenden an Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens sind für Privatpersonen und Unternehmen in der eigenen Steuererklärung als Sonderausgabe abzugsfähig.

Im Ausmaß von 19% sind von der Einkommenssteuer absetzbar:

  • Spenden bis maximal 2.065,83 € von Seiten physischer Personen. Vorraussetzung für die Absetzbarkeit ist allerdings, dass die Spende mittels Bank- oder Postüberweisung vorgenommen wurde. Dieselbe Absetzmöglichkeit steht den einzelnen Gesellschaftern der einfachen Gesellschaften für die von der Gesellschaft getätigten Spenden anteilsmäßig zu.
  • Spenden von Unternehmen bis zu 1.549,37 € oder im Rahmen von 2 % des Betriebsgewinnes.

Andere Unterstützungsmaßnahmen

  • Vorzug bei der Förderung von Projekten über den Europäischen Sozialfonds.
  • Vorzug beim Abschluss von Konventionen.
  • Für die Abwicklung der Tätigkeit können die öffentlichen Gebietskörperschaften, im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten,  den Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellen bzw. diesen Organisationen Güter (bewegliche wie unbewegliche) für die Ausübung ihrer Tätigkeit als Leihgabe übertragen.